Der Nachtlauf ist der Renner
10.100 Teilnehmer sorgen am Freitagabend für das größte Laufspektakel in Niedersachsen
Quelle: Braunschweiger Zeitung, 23.06.2011, von Frank Rieseberg
"Wir hätten nie gedacht, dass wir so lange durchhalten", sagt Otto Schlieckmann. Der Cheforganisator des Braunschweiger Nachtlaufes ist einer der Männer der ersten Stunde. Am Freitag startet diese Veranstaltung zum 25. Mal - mit soviel Menschen wie nie zuvor.
9.600 Startplätze gibt es in den sieben Rennen zwischen 600 Meter und 12,2 Kilometer der Jubiläumsausgabe offiziell. Sie sind seit Wochen allesamt vergeben. Trotzdem werden sich rund 10.100 Frauen und Männer, Jungen und Mädchen aus der ganzen Region auf den Weg durch die Braunschweiger Innenstadt machen. "Einige Läufe sind überbucht. Das liegt an den Betreuern, die etwa im Kinderlauf oder in den Schulläufen mit dabei sind", sagt Schlieckmann, der seit 1979 Präsident des ausrichtenden MTV Braunschweig ist.
Die besondere, einzigartige Atmosphäre schaffen nicht nur die Massen an Läufern. Zehntausende von Menschen, Neugierige und Angehörige, stehen überall an der Strecke und feuern die "Jedermann-Läufer" an, wie sie Schlieckmann gern nennt. Ein Spektakel, das ursprünglich schon keine Vorbilder hatte, weil es keine gab. Und bei der 25. Auflage starten so viele Menschen wie bei keinem anderen Lauf in Niedersachsen. Einzig die großen Marathon-Rennen wie etwa in Hamburg oder Berlin haben in Deutschland noch mehr Laufbegeisterte am Start.
Routine und Erfahrung sind wichtig, wenn solch ein Ereignis auf die Beine gestellt werden soll, aber Langeweile kommt selbst bei langjährigen Nachtlauf-Experten niemals auf. "Das Kribbeln ist immer da", berichtet Schlieckmann, "es müssen einfach so viele Rädchen ineinanderpassen, damit alles funktioniert." Die rund 130 Helfer des MTV müssen also jeden Griff im Griff haben. "Ohne das Können, Wissen und die Qualifikation der Mitarbeiter würde das alles gar nicht laufen", betont Schlieckmann.



